
Im Sommer 2025 wurde auf der Molkenmarkt-Grabung (Berlin-Mitte) aus einer mittelalterlichen Grube ein kleiner Münzschatz geborgen. Es handelt sich um fünf ganze Denare sowie um einen halben Denar, die in Berlin nun erstmalig am Molkenmarkt nachgewiesen wurden.
Die Silbermünzen (Durchmesser 1,5cm) datieren in zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, in die Regierungszeit der askanischen Markgrafen Otto IV./Otto V. (1260/65-1293, Bahrfeldt I/1443, Hofmann, Priese, 2020). Obwohl sie deutlich abgegriffen sind lässt sich avers der stehende Markgraf zwischen zwei Kuppeltürmen erkennen, die je auf einem passartig angelegtem Doppelbogen ruhen. Revers ist ein gekrönter Adler geprägt.
Fundmünzen aus dem 13. Jahrhundert sind im allg. selten, besonders wenn diese, wie am Molkenmarkt, im Fundzusammenhang geborgen werden konnten. Sie befanden sich in einem kleinen, nicht mehr erhaltenem organischem Behälter aus Leder oder Stoff und sind dem ehemaligen Besitzer verloren gegangen. Der damalige Wert der fünfeinhalb Denare lässt sich nur schwer bemessen, vermutlich waren sie ein Tages- oder Wochenlohn.
Darüber hinaus sind die Münzen ein Zeugnis der Konsolidierung des mittelalterlichen Berlins. Ihre konkrete Einbindung in die umfangreichen Erkenntnisse der Molkenmarkt-Grabung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
