Berlin – Stadt der Katzen?

Katzenskelette, Julia-Marlen Schiefelbein

Die europäische Hauskatze avanciert zurzeit als beliebtestes Haustier der Deutschen. Jeder vierte Haushalt beherbergt statistisch gesehen einen Stubentiger. Begeben wir uns ins Berliner Mittelalter, auch hier gab es sehr viele Katzen

Reliquiare und Heilige am Molkenmarkt

Bei archäologischen Untersuchungen des Landesdenkmalamtes Berlin am Molkenmarkt konnten erneut außergewöhnliche und seltene Objekte aus dem Mittelalter geborgen werden.

Die Würfel sind (ins Klo) gefallen

Am Berliner Molkenmarkt wurde 2022 eine Großlatrine nahe des Großen Jüdenhofs freigelegt. In der 48 m³ umfassenden Verfüllung verbargen sich unter anderem 30 kleinformatige Knochenwürfel aus dem 14./15. Jahrhundert.

Sensationsfund auf dem Molkenmarkt

Im Zuge der Ausgrabungen auf dem Molkenmarkt fanden Archäologen des Landesdenkmalamtes Berlin ein kurzes Schwert, das anfangs für einen Paradesäbel gehalten wurde. Es kam aus der Verfüllung eines ehemaligen Kellers des 20. Jahrhunderts. Während der Restaurierungsarbeiten des Schwertes am Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin offenbarte sich das Schwert als ein sogenanntes Wakizashi, ein japanisches Kurzschwert aus dem 17. Jahrhundert.

Glockenklänge im stillen Örtchen

Am Berliner Molkenmarkt wurde 2022 aus der Verfüllung einer mittelalterlichen Großlatrine, deren Fundinventar aus dem 15. Jahrhundert stammt, ein kleines, vollständig erhaltenes Tonglöckchen (samt Klöppel) geborgen. Die, nur 5,8 cm große Glocke wurde aus feiner weißer Irdenware auf einer Drehscheibe gefertigt.

Archäologische Machbarkeitsstudie für den Molkenmarkt liegt vor

Die archäologischen Ausgrabungen am Molkenmarkt bringen ein kostbares Archiv aus 800 Jahren Berliner Stadtgeschichte ans Tageslicht. Acht bisher ergrabene archäologische Befunde aus verschiedenen Jahrhunderten wurden vom Landesdenkmalamt Berlin als erhaltenswert eingestuft.

25. Berliner Archäologentag
am 20. September 2023

Bilanz, Abschied und Neubeginn
Viel tut sich derzeit bei der Berliner Archäologie: Die große Grabung am Molkenmarkt ist weit fortgeschritten, das Haus der Archäologie (PETRI Berlin) am Petriplatz steht kurz vor der Fertigstellung. Tätig sind wir am Schloss Bellevue, außerdem begleiten wir den Bau der Archäologischen Promenade auf der Museumsinsel. Am Stadtrand bildete Wilhelmshagen (Treptow-Köpenick) einen Schwerpunkt unserer Arbeit.

Mobiles archäologisches Fenster
„Epoxidharz statt Lack – 800 Jahre auf 18m²“

Auf den Grabungen am Berliner Molkenmarkt konnte im Dezember 2021 durch Grabungstechniker:innen des LDA Berlin, ein 4,00 x 4,50 Meter großes Profil freilegt und geborgen werden. Auf einer Fläche von 18 m² wird hierbei die annähernd durchgängige Stratigrafie von 800 Jahren Bautätigkeiten im historischen Berliner Stadtkern deutlich.

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