MOLKENMARKT

DER MOLKENMARKT WIRD WIEDER EIN LEBENDIGER TEIL
IN DER BERLINER MITTE

Der Molkenmarkt als Ort der Berliner Stadtgründung ging durch Kriegszerstörungen und autogerechten Stadtumbau weitgehend verloren. Zahlreiche Fahrspuren und großflächige Kreuzungen zerschneiden seitdem die Berliner Mitte. Die historischen Spuren aus den Ursprüngen der Stadt sind ausgelöscht oder liegen unter dem Asphalt. In archäologischen Grabungen werden die verbliebenen Spuren erforscht und gesichert.

Mit dem Umbau der Grunerstraße gewinnen die Berlinerinnen und Berliner wieder ein Stück historische Mitte zurück. Durch die Verlegung der Straße werden neue Flächen gewonnen, auf denen sich ein lebendiges Quartier mit einer vielfältigen Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur entwickeln wird. Attraktive Kultur- und Einzelhandelsangebote sowie verkehrsberuhigte Bereiche schaffen ein Quartier, in dem man sich gern aufhält. Der Molkenmarkt als Ort der Stadtgründung Berlins wird wieder erlebbar.

PLANUNGEN FÜR DEN MOLKENMARKT GEMEINSAM WEITERENTWICKELN

Neugierig, was als Nächstes passiert? Der Molkenmarkt befindet sich ab 2020 in einem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren. Unter Beteiligung der Stadtgesellschaft und Fachexpert*innen werden die offenen Fragen und neue Qualitäten für den Molkenmarkt diskutiert.


Der Molkenmarkt gehört zum Gründungskern Berlins und liegt mitten im historischen Zentrum Berlins zwischen Alexanderplatz und Spree. Mit dem Roten Rathaus, Alten Stadthaus sowie Nikolaiviertel in seiner unmittelbar angrenzenden Umgebung liegt der Molkenmarkt eingebettet zwischen zahlreichen Denkmälern und bedeutenden historischen Bauten. Mit ihren zahlreichen Fahrspuren und großflächigen Kreuzungen zerschneiden die Straßen die historische Mitte Berlins.

Nikolaiviertel
Rotes Rathaus
Rathauspassage
Klosterruine
Altes Stadthaus
Gegenwart
Der Molkenmarkt -
ein Stück Berliner Mitte


Durch die verkehrliche und städtebauliche Neuordnung des Molkenmarkts gewinnt Berlin ein Stück der histo-rischen Mitte zurück. Die überdimensionierten Verkehrs-
räume werden umstrukturiert und ermöglichen somit das Entstehen eines zentralen, lebendigen Ortes. Die vorhan-denen baulichen Potentiale und archäologischen Funde werden in die neue Blockstruktur integriert. Die ent-stehende städtebauliche Gestalt bildet zukünftig ein wichtiges Gegenüber zu der umgebenden Bestandsbe-bauung des Nikolaiviertels und des Rathausblocks.

Zukunft
Der Molkenmarkt -
ein Stück Berliner Mitte
Nikolaiviertel
Rotes Rathaus
Rathauspassage
Klosterruine
Altes Stadthaus
Slider

Der Molkenmarkt gehört zum Gründungskern Berlins und liegt mitten im historischen Zentrum Berlins zwischen Alexanderplatz und Spree. Mit dem Roten Rathaus, Alten Stadthaus sowie Nikolaiviertel in seiner unmittelbar angrenzenden Umgebung liegt der Molkenmarkt eingebettet zwischen zahlreichen Denkmälern und bedeutenden historischen Bauten. Das Gebiet Molkenmarkt wird aktuell von der überdimensionierten Grunerstraße geprägt. Mit ihren zahlreichen Fahrspuren, großflächigen Kreuzungen und angrenzenden Parkplätzen zerschneidet die Grunerstraße die historische Mitte Berlins.

Der Molkenmarkt -
ein Stück Berliner Mitte
Nikolaiviertel
Rotes Rathaus
Rathauspassage
Klosterruine
Fernsehturm
Altes Stadthaus
Mühlendamm
Spandauer Straße
Stralauer Straße

Spree

Gegenwart
5 - Realisierung der Freiflächen und Fertigstellung

Durch die verkehrliche und städtebauliche Neuordnung des Molkenmarkts gewinnt Berlin ein Stück der historischen Mitte zurück. Die überdimensionierten Verkehrsräume der Grunerstraße werden zugunsten des neuen Quartiers umstrukturiert und ermöglichen somit das Entstehen eines zentralen, lebendigen Ortes. Die vorhandenen baulichen Potentiale und archäologischen Funde werden als charaktergebende Bestandteile in die neue Blockstruktur integriert. Die entstehende städtebauliche Gestalt bildet zukünftig ein wichtiges Gegenüber zu der umgebenden Bestandsbebauung des Nikolaiviertels und des Rathausblocks. Das neue Quartier am Molkenmarkt fügt sich somit als wichtiger Baustein in die historische Berliner Mitte ein.

Nikolaiviertel
Rotes Rathaus
Rathauspassage
Klosterruine
Fernsehturm
Altes Stadthaus
Mühlendamm
Stralauer Straße
Spandauer Straße

Spree

Der Molkenmarkt -
ein Stück Berliner Mitte
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GESCHICHTE DES
GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
MOLKENMARKTS

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jh. als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
Blick zum Roten Rathaus, 1920

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel.
Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin
Planungen im Nationalsozialismus

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungs-
zentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

Bau der
Grunerstraße

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein. Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

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GESCHICHTE DES
GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
MOLKENMARKTS
Copyright: bpk
Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree, Radierung (um 1650) von Johann Gregor Memhard;
Copyright: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Luftbild, 1928
Blick zum Roten Rathaus, 1920
Molkenmarkt, 1930

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel. Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin

Luftbild (1928); Copyright: Geoportal Berlin

Molkenmarkt, Blick Richtung (Altes) Stadthaus (1930); Copyright: bpk / Geheimes Staatsarchiv, SPK / Bildstelle GStA PK

Blick Richtung Rotes Rathaus, im Vordergrund das Elektrizitätswerk (1920); Landesarchiv Berlin; Foto: k. A.

Planungen im Nationalsozialismus

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungszentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Städtische Feuersozietät (heute Neues Stadthaus), 1938

Städtische Feuersozietät 1938
(später Neues Stadthaus)
Landesarchiv Berlin/ Foto: Leitner, Emil

Entwurf des Stadtforums 1935
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Abbruch des Blocks vor dem alten Stadthaus 1937
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Luftbild Molkenmarkt, 1965
Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

Blick in die zerstörte Klosterstraße, 1947
Ruinen am Molkenmarkt, 1946

Luftbild mit beräumten
Freiflächen zwischen instand-
gesetzten Gebäuden (1965),
Copyright: Lothar Willmann

Bild links: Blick vom Alten Stadthaus in die zerstörte Klosterstraße, rechts das Gymnasium "Zum Grauen Kloster", links daneben die Klosterkirche (1947); Bundesarchiv, Bild 183-S75799 / o. Ang.

Bild rechts: Blick in Richtung Mühlendammbrücke über den Molkenmarkt nach der Enttrümmerung der Straßen (1946);
Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. 0012974 / Foto: k. A.

Bau der Grunerstraße, 1968
Straßenkreuzung Grunerstraße, 1964
Neubauten an der Grunerstraße, 1979

Neubauten an der Grunerstraße, nur die Ruine der Klosterkirche (vorne rechts) erinnert noch an die Trümmerwüste nach 1945 (1979); Bundesarchiv, Bild 183-U0511-014 / Manfred Siebahn

Bild rechts: Bau der Grunerstraße, Blick vom Alexanderplatz in Richtung Mühlendamm, im Vordergrund die Brücke der Stadtbahn (1968); Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-02-23 Nr. 159 / Foto: Breitenborn, Dieter [und Vera].

Bild unten: Blick vom Roten Rathaus auf das Alte Stadthaus an der Straßenkreuzung Grunerstraße Ecke Molkemarkt. Rechts im Bild ist die Münze Berlin ehemals Staatliche Münze zu Berlin zu sehen. (1964) Copyright: ddrbildarchiv.de/Lothar Willmann

Bau der
Grunerstraße

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein.
Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

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GESCHICHTE DES
GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
MOLKENMARKTS
Copyright: bpk
Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree, Radierung (um 1650) von Johann Gregor Memhard;
Copyright: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Luftbild, 1928
Blick zum Roten Rathaus, 1920
Molkenmarkt, 1930

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel. Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin

Luftbild (1928); Copyright: Geoportal Berlin

Molkenmarkt, Blick Richtung (Altes) Stadthaus (1930); Copyright: bpk / Geheimes Staatsarchiv, SPK / Bildstelle GStA PK

Blick Richtung Rotes Rathaus, im Vordergrund das Elektrizitätswerk (1920); Landesarchiv Berlin; Foto: k. A.

Planungen im Nationalsozialismus

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungszentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Städtische Feuersozietät (heute Neues Stadthaus), 1938

Städtische Feuersozietät 1938
(später Neues Stadthaus)
Landesarchiv Berlin/ Foto: Leitner, Emil

Entwurf des Stadtforums 1935
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Abbruch des Blocks vor dem alten Stadthaus 1937
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Luftbild Molkenmarkt, 1965
Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

Blick in die zerstörte Klosterstraße, 1947
Ruinen am Molkenmarkt, 1946

Luftbild mit beräumten
Freiflächen zwischen instand-
gesetzten Gebäuden (1965),
Copyright: Lothar Willmann

Bild links: Blick vom Alten Stadthaus in die zerstörte Klosterstraße, rechts das Gymnasium "Zum Grauen Kloster", links daneben die Klosterkirche (1947); Bundesarchiv, Bild 183-S75799 / o. Ang.

Bild rechts: Blick in Richtung Mühlendammbrücke über den Molkenmarkt nach der Enttrümmerung der Straßen (1946);
Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. 0012974 / Foto: k. A.

Bau der Grunerstraße, 1968
Straßenkreuzung Grunerstraße, 1964
Neubauten an der Grunerstraße, 1979

Neubauten an der Grunerstraße, nur die Ruine der Klosterkirche (vorne rechts) erinnert noch an die Trümmerwüste nach 1945 (1979); Bundesarchiv, Bild 183-U0511-014 / Manfred Siebahn

Bild rechts: Bau der Grunerstraße, Blick vom Alexanderplatz in Richtung Mühlendamm, im Vordergrund die Brücke der Stadtbahn (1968); Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-02-23 Nr. 159 / Foto: Breitenborn, Dieter [und Vera].

Bild unten: Blick vom Roten Rathaus auf das Alte Stadthaus an der Straßenkreuzung Grunerstraße Ecke Molkemarkt. Rechts im Bild ist die Münze Berlin ehemals Staatliche Münze zu Berlin zu sehen. (1964) Copyright: ddrbildarchiv.de/Lothar Willmann

Bau der
Grunerstraße

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein.
Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

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EIN LEBENDIGES UND URBANES QUARTIER IN DER BERLINER MITTE ENTSTEHT

Das städtebauliche Konzept für das neue Quartier ist das Ergebnis eines langen Prozesses. Die Planungen begannen in den 1990er Jahren mit ersten Ideen zur Verlegung der Grunerstraße sowie zu einer Bebauung, die sich an der historischen Stadtstruktur orientiert. Der Bebauungsplan für den Molkenmarkt ist seit 2016 rechtsverbindlich und bildet die Grundlage für die weitere Qualifizierung der Planungen. Unter Beteiligung der Stadtgesellschaft sollen ab 2020 offene Fragen beantwortet und weitere Qualitäten für den Ort geplant werden.
Stadtwerkstatt

FOTOS, PODCASTS UND PANORAMEN DOKUMENTIEREN DIE VERÄNDERUNG AM MOLKENMARKT

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