MOLKENMARKT:
NEUES QUARTIER FÜR WOHNEN & ARBEITEN

Berlin gestaltet seine historische Mitte neu! Durch die Verlegung der Grunerstraße entsteht Raum für ein lebendiges Stadtquartier, das an die ursprüngliche, kleinteilige Stadtstruktur anknüpft. Straßen, Plätze und Höfe bilden die Grundlage für eine moderne und zugleich geschichtsträchtige Umgebung.

Der Molkenmarkt, Wiege der Berliner Stadtgründung, wird wieder erlebbar: Historische Fragmente werden in das neue Quartier eingebettet und geben der Mitte ihren Charakter zurück. 

Wohnen, Gewerbe und Kultur verschmelzen zu einer urbanen Mischung, die Vielfalt und Aufenthaltsqualität schafft. Verkehrsberuhigte Zonen, attraktive Einzelhandelsangebote und öffentlich zugängliche Plätze machen den Molkenmarkt zu einem Ort, an dem Stadtgeschichte auf moderne Lebensqualität trifft.

FRAGEN UND ANTWORTEN

Weitere Informationen zum Molkenmarkt finden Sie auf der
Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

NEUIGKEITEN ZUR PLANUNG

Blick auf den Molkenmarkt
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Luftbild Molkenmarkt mit Geltungsbereich Bebauungsplan 1-14-1
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Beitragsbild_Bebauungsleitlinien_Steckbrief Bock A und B
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CHARTA-MOLKENMARKT

Rahmenplan
Machbarkeitsstudien
Bebauungsleitlinien

Der Charta-Prozess umfasst drei zentrale Dokumente:

Der Rahmenplan: Dieser bildet das grundlegende städtebauliche Konzept für das Quartier und definiert die langfristige Vision für das Gebiet.

Die Machbarkeitsstudien: Hier wurde der Untersuchungsfokus auf die Integration von innovativen und zukunftsfähigen Konzepten, wie zum Beispiel klimaresilienten Freiräumen oder einem fortschrittlichen Mobilitätskonzept gelegt.

Die Bebauungsleitlinien (vormals Gestaltungshandbuch): Sie dienen als konzeptionelle und gestalterische Grundlage für die hochbaulichen Realisierungswettbewerbe. Es werden darin detaillierte Anforderungen und Richtlinien zur Architektur und zum Städtebau festgelegt.

Diese drei Dokumente basieren auf den Ergebnissen des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens, in das sowohl öffentliche als auch private Akteure, Fachverwaltungen und die Berlinerinnen und Berliner eingebunden wurden. Die Charta bildet den Ausgangspunkt für die nachfolgenden Realisierungswettbewerbe, die die konkreten Bauvorhaben und die Gestaltung der Freiräume betreffen.

Zusammengefasst ist der Charta-Prozess ein integraler Bestandteil der langfristigen Entwicklung des Molkenmarkts und sichert eine qualitativ hochwertige, nachhaltige und zukunftsorientierte Gestaltung des neuen Quartiers in Berlin.

Rahmenplan

Der Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt bildet die zentrale Grundlage für die städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung des Quartiers am Molkenmarkt. Ziel ist die Schaffung eines zukunftsfähigen, innovativen Quartiers mit einer vielfältigen Nutzungsmischung aus Wohnen, Kultur und Gewerbe.

Machbarkeitsstudien

Im Rahmen des Werkstattverfahrens wurde der Auftrag erteilt, die Umsetzbarkeit der städtebaulichen Entwürfe sowie die Anforderungen an das Quartier zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Daher wurden themenspezifische Machbarkeitsstudien in den Bereichen Archäologie, Energie sowie in einem integrierten Ansatz Mobilität, Regenwassermanagement und Freiraum durchgeführt:

Bebauungsleitlinien

Die Bebauungsleitlinien spielen eine zentrale Rolle bei der Sicherung der angestrebten städtebaulichen und gestalterischen Qualität am Molkenmarkt. Sie definieren verbindliche Kriterien für die Planung der Baublöcke A und B sowie für die architektonische Gestaltung der einzelnen Gebäude.

STÄDTEBAULICHES QUALIZIERUNGSVERFAHREN

Sondierungs- und Planungsphase

Die Entwicklung des Molkenmarkts zu einem zukunftsorientierten Quartier ist eine Herausforderung, die auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung fortbesteht. In den Jahren 2020 bis 2021 wurde eine Sondierungsphase durchgeführt, die in eine Planungsphase mündete. Diese bestand zunächst aus einem offenen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb, bei dem integrierte Gesamtkonzepte im Fokus standen. Zwei Planungsteams qualifizierten sich für den zweiten Teil der Planungsphase – das Werkstattverfahren – in dem sie ihre Entwürfe im Dialog mit Fachjury und Stadtgesellschaft weiterentwickeln konnten. 

Die Öffentlichkeit war während des städtebaulichen Qualifizierungsverfahren eingebunden, unter anderem durch digitale Werkstätten, Bauzaungespräche und öffentliche Kolloquien. Im September 2022 wurden beide Planungsteams mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die Inhalte der Entwürfe werden im anschließenden Charta-Prozess berücksichtigt. 

Foto des Wettbewerbsmodells von AMVT
Modellfoto des Entwurfs von Bernd Albers Gesellschaft von Architekten mbH mit Prof. Dr. Silvia Malcovati und Vogt Landschaftsarchitekten AG,
Foto: Hans-Joachim Wuthenow
Modellfoto OSCKA
Modellfoto des Entwurfs von OS arkitekter mit cka czyborra klingbeil architekturwerkstatt mbB
Foto: Hans-Joachim Wuthenow

FÜNF PHASEN DER VERÄNDERUNG

MOLKENMARKT
VON 1910 - 2029

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CHRONOLOGIE

DER BISHERIGEN PLANUNG

Beitragsbild_Bebauungsleitlinien_Steckbrief Bock A und B
IV. Quartal 2025
Veröffentlichung der Bebauungsleitlinien Block A und B
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat den zweiten Teil der Bebauungsleitlinien für den südlichen Teil des Blocks B und den Block A für das neue Quartier am Molkenmarkt veröffentlicht. Damit liegen die städtebaulichen und gestalterischen Vorgaben für den nächsten hochbaulichen Realisierungswettbewerb vor. Die Leitlinien legen fest, wie die Gebäude entlang der Parochialgasse und im Block A gestaltet und genutzt werden sollen – inklusive der Gebäudeaufteilung, Höhen, Nutzungen für Wohnen, Kultur und Gewerbe sowie der Anforderungen an Erdgeschosse und Erschließungen.
IV. Quartal 2025
IV. Quartal 2025
Ergebnisse des ersten hochbaulichen Realisierungswettbewerbs B1 veröffentlicht
Der hochbauliche Realisierungswettbewerb für den nördlichen Teilbereich des Blocks B am Molkenmarkt ist nun abgeschlossen. Der Wettbewerb war in drei Lose unterteilt, wobei insgesamt zehn bzw. neun Entwürfe pro Bereich eingereicht wurden. Drei Entwürfe pro Los wurden prämiert. Die Jury lobte die hohe Qualität aller eingereichten Beiträge und empfahl einstimmig die Realisierung der Erstplatzierten. Im nächsten Schritt folgt ein Vergabeverfahren mit den Preisträgerteams, während das umfassende Gesamtplanungsverfahren erst nach dem zweiten hochbaulichen Realisierungswettbewerb beginnen wird.
IV. Quartal 2025
III. Quartal 2025
Start der Bearbeitungsphase des ersten Realisierungswettbewerbs Block B1

Der erste Realisierungswettbewerb zur Bebauung des Molkenmarkts in Berlin ist in die zentrale Bearbeitungsphase gestartet. Bis Ende September 2025 erarbeiten ausgewählte Architekturbüros Entwürfe für Wohn-, Kultur- und Gewerbeflächen im nördlichen Block B. Diese werden im November 2025 anonym bewertet, prämiert und anschließend öffentlich ausgestellt. Die landeseigene WBM wird die Umsetzung übernehmen. Das Wettbewerbsgebiet ist in drei Lose mit spezifischen Anforderungen gegliedert. Ziel sind vielfältige, nachhaltige und wirtschaftlich umsetzbare Entwürfe, die bezahlbaren Wohnraum sowie attraktive Kultur- und Gewerbeflächen schaffen und ein stimmiges Gesamtquartier formen. Der Wettbewerb läuft in zwei Stufen: Nach einer europaweiten Ausschreibung im Januar 2025 wurden je Los sieben Büros sowie drei gesetzte Bietergemeinschaften zur Teilnahme ausgewählt.
III. Quartal 2025
III. Quartal 2025
Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-1
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat am 03.07.2025 die Aufstellung des Bebauungsplans 1-14-1 beschlossen. Der Bebauungsplan 1-14 von 2016 wird angepasst, da die neuen Bebauungsleitlinien für den Molkenmarkt konkretisierte Nutzungsanforderungen aufzeigen. Mit dem neuen Plan 1-14-1 soll mehr mietpreisgedämpfter Wohnraum, sowie Kultur- und Gewerbeflächen und belebte Erdgeschosszonen durch Gebäudeerhöhungen entstehen. Zudem werden die Parochialgasse und der Platz vor dem Alten Stadthaus städtebaulich neu gefasst, die Dachlandschaft vielfältiger gestaltet und Baugrenzen angepasst, um eine symmetrische Platzgestaltung und bessere städtebauliche Einbindung zu erreichen.
III. Quartal 2025
Bebauungsleitlinien Block B
II. Quartal 2025
Veröffentlichung der Bebauungsleitlinien Block B1
Im Juni 2025 wurde der erste Teil der Bebauungsleitlinien veröffentlicht – ein zentraler Baustein der Charta Molkenmarkt, der gemeinsam mit dem Rahmenplan und den Machbarkeitsstudien den städtebaulichen Rahmen bildet. Die Steckbriefe für den nördlichen Teil von Block B dienen als Grundlage für den ersten hochbaulichen Realisierungswettbewerb und legen unter anderem Gebäudestruktur, Nutzung, Höhenentwicklung und Gestaltung fest.

Der veröffentlichte Teil umfasst einen Blocksteckbrief sowie Gebäudesteckbriefe für acht Gebäude entlang der Grunerstraße, Jüdenstraße und am Molkenmarkt.
II. Quartal 2025
I. Quartal 2025
Bekanntmachung des ersten Realisierungswettbewerbs Block B1
Im Januar 2025 wurde der erste Realisierungswettbewerb für die Entwicklung des Molkenmarkts initiiert. Dieser Wettbewerb ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Molkenmarkts und soll dazu beitragen, ein zukunftsfähiges und innovatives Quartier mit einer vielfältigen Nutzungsmischung zu schaffen.

Der Wettbewerb konzentriert sich auf den nördlichen Abschnitt des Blocks B, auch bekannt als Block B/1. Dieses Areal wird begrenzt durch die Grunerstraße, den Molkenmarkt und die Jüdenstraße.

Der Bereich ist in drei Lose unterteilt, von denen jedes mehrere benachbarte Häuser umfasst. Nach Auswahl der Teilnehmer beginnen diese voraussichtlich im Juni 2025 mit der Ausarbeitung ihrer Entwürfe. Die Abgabe der Wettbewerbsarbeiten ist für August 2025 geplant, gefolgt von der Preisgerichtssitzung im Oktober 2025.
I. Quartal 2025
IV. Quartal 2024
Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie „Energetische Versorgung Neues Stadtquartier am Molkenmarkt“

Im Rahmen des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens wurde die Machbarkeitsstudie zur energetischen Versorgung des Molkenmarkts erstellt, basierend auf den Empfehlungen der Jury. Beauftragt wurde diese Studie von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die Ausarbeitung erfolgte durch die Berliner Stadtwerke KommunalPartner GmbH in enger Abstimmung mit den zukünftigen Bauherrinnen.

Die Studie untersucht den Energiebedarf des Quartiers und prüft die Nutzung erneuerbarer Energiequellen wie Geothermie, Spreewärme und Solarenergie, um den Fernwärmebedarf zu minimieren. Mithilfe von Energiesimulationen werden verschiedene klimafreundliche Versorgungslösungen getestet, wobei eine rein fernwärmebasierte Lösung als Vergleich herangezogen wird. Am Ende der Studie werden die ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der verschiedenen Varianten analysiert, um fundierte Entscheidungen für die Weiterentwicklung des Quartiers zu treffen.
IV. Quartal 2024
IV. Quartal 2024
Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie „Mobilität, Regenwassermanagement und Freiraum“

Die Studie verfolgt eine integrierte Herangehensweise, um genehmigungs- und umsetzungsfähige Lösungsszenarien in den Bereichen Mobilität, Regenwassermanagement und Freiraumgestaltung aufzuzeigen. Dabei werden funktionale, technische und wirtschaftliche Machbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen berücksichtigt. Die Ergebnisse dienen als technische Basis für zukünftige Bauvorhaben und die Gestaltung öffentlicher Räume und fließen in die Charta Molkenmarkt ein.

Diese interdisziplinäre Studie wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Auftrag gegeben und in enger Zusammenarbeit mit zukünftigen Bauherrinnen sowie Fachverwaltungen auf Landes- und Bezirksebene erarbeitet. Das Büro Happold arbeitete dabei federführend mit der Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH und der WES GmbH Landschaftsarchitektur zusammen.
IV. Quartal 2024
Abgrenzung des Projektgebiets
II. Quartal 2024
Bearbeitungsstart der Bebauungsleitlinien zur Charta Molkenmarkt

Der Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt und die Bebauungsleitlinien bilden zusammen die Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Molkenmarkts. Die Bebauungsleitlinien definieren spezifische Kriterien für die Planung der Blöcke A, B und C sowie für den Bau von Gebäuden. Diese Kriterien orientieren sich an den Vorgaben des Bebauungsplans und des Rahmenplans sowie an den fachlichen Ergebnissen der Machbarkeitsstudien.

Die Bebauungsleitlinien sind entscheidend für die anschließenden Architekturwettbewerbe und dienen als verbindliche Richtlinien für die städtebauliche und gestalterische Qualität des Quartiers. Das Frankfurter Architekturbüro Christoph Mäckler Architekten wurde mit der Erstellung der Bebauungsleitlinien beauftragt und arbeitet dabei eng mit den zukünftigen Bauherrinnen sowie verschiedenen Fachverwaltungen auf Landes- und Bezirksebene zusammen.
II. Quartal 2024
I. Quartal 2024
Fertigstellung „Archäologische Machbarkeitsstudie“
Die „Archäologische Machbarkeitsstudie Molkenmarkt“ untersucht die Integration von acht bisher ergrabenen archäologischen Befunden aus verschiedenen Jahrhunderten innerhalb der neu entstehenden Bebauung sowie in den Freiräumen und gibt Empfehlungen zu deren Umsetzung als archäologische Fenster.
I. Quartal 2024
III. Quartal 2023
Senatsbeschluss „Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt“
Der Senat von Berlin hat am 22. August 2023 den „Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt“ beschlossen. Der Rahmenplan fasst die Anforderungen zur Quartiersentwicklung, die Festsetzungen des Bebauungsplans 1-14 (2016), die Leitlinien zur Quartiersentwicklung (2020/21) und die Empfehlungen aus dem Werkstattverfahren (2022) - thematisch-konzeptionell zusammen. Die Charta Molkenmarkt besteht aus dem „Rahmenplan Molkenmarkt“ und einem darauf aufbauenden Gestaltungshandbuch, welches im Anschluss an den Senatsbeschluss erarbeitet wird. Basierend auf Rahmenplan und Gestaltungshandbuch werden dann die Grundlagen und Kriterien für die anschließenden Hochbauwettbewerbe für einzelne Gebäude sowie die Freiraumwettbewerbe gelegt.
III. Quartal 2023
2022
Planungsphase: Werkstattverfahren
Die Planungsphase mit dem Werkstattverfahren ist der zweite Schritt der städtebaulichen Qualifizierung und dient der weiteren Entwicklung der im städtebaulichen Wettbewerb ausgewählten Entwürfe. In zwei Überarbeitungsphasen erfolgte der intensive Austausch mit der Stadtgesellschaft und weiteren Projektbeteiligten am Molkenmarkt. Am Ende des Werkstattverfahrens wurden die Empfehlungen der Jury mit den Qualitäten der beiden Entwürfe formuliert.
2022
2021
Planungsphase: Wettbewerbsverfahren
In dieser Phase sollten Planungsteams städtebauliche Entwürfe für das gesamte Quartier am Molkenmarkt entwickeln, die durch ein Preisgericht beurteilt wurden. Die beiden prämierten Entwürfe wurden im Anschluss im Werkstattverfahren weiter qualifiziert.
2021
2021
Leitlinien
Am Ende der Sondierungsphase stehen die gemeinsam formulierten Leitlinien. Diese fassen wesentliche Entwicklungsziele für das neue Quartier zusammen. Die acht Leitlinien dienen als die Grundlage für die Planungsphase mit Wettbewerb und Werkstätten.
2021
2020
Sondierungsphase
Im ersten Schritt der städtebaulichen Qualifizierung, der Sondierungsphase, wurden das bereits gesammelte Wissen und die Anregungen der Berliner:innen aus den Bauzaungesprächen sowie den Pop-Up-Veranstaltungen in 2019-2020 weiterentwickelt und vertieft. Gemeinsam mit Fachexpert:innen wurden im Rahmen von Fachlaboren Anforderungen, Bedarfe und Fragen diskutiert und themenspezifisch weiterentwickelt. Die Essenzen dieses Austauschs mündeten in acht Leitlinien für die Quartiersentwicklung am Molkenmarkt.
2020
Übersichtskarte
2016
Festsetzung des Bebauungsplans
Der Bebauungsplan wird im Jahr 2016 im Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen und im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht. Der Plan ist die planungsrechtliche Voraussetzung für die Verlegung der Grunerstraße und die Realisierung des neuen Quartiers. Er ist das Ergebnis eines langjährigen und intensiven Planungsprozesses.
2016
2010
Planwerk Innere Stadt
Das Planwerk Innere Stadt ist eine räumliche und methodische Weiterentwicklung des Planwerks Innenstadt aus dem Jahr 1999. Das fortgeschriebene Planwerk wird im Jahr 2010 im Berliner Senat beschlossen. Der fortgeschriebene Rahmen für den Molkenmarkt wird in das Planwerk Innere Stadt übernommen.
2010
2009
Fertigstellung des Masterplans
Die vorangegangenen Qualifizierungen von einzelnen Bereichen im Quartier werden im fortgeschriebenen Masterplan zusammengefasst. Die neuen Ideen für das Anti-Kriegs-Museum, den Jüdenhof und den Bereich vor dem Alten Stadthaus sind im Plan eingezeichnet. Der überarbeitete Masterplan bildet die Grundlage für den später festgesetzten Bebauungsplan.
2009
2009
Bereich vor dem Alten Stadthaus
Über den Bereich vor dem Alten Stadthaus wird intensiv diskutiert. Es wird erneut eine städtebauliche Überarbeitung vorgenommen. Das Planungsbüro Haberland Architekten wird damit beauftragt. Der ausgewählte Entwurf sieht einen begrünten Platz mit hoher Aufenthaltsqualität im Blockinneren vor. Durch die Öffnung des Blocks entstehen Sichtbeziehungen zum Turm des Alten Stadthauses sowie zur Nikolaikirche.
2009
Anti-Kriegsmuseum in der Parochialstraße, 1930
2008
Rückkehr für das Anti-Kriegs-Museum
Im Jahr 1923 gründete der Pazifist Ernst Friedrich ein Museum in der Parochialstraße 29. Es wurde später durch die Nationalsozialisten geplündert und geschlossen. Die Rückkehr an den historischen Standort am Jüdenhof wird durch drei Planungsbüros im Jahr 2008 intensiv untersucht und die Überlegungen hierzu in den Bebauungsplan übernommen. Es wird überprüft, wie der Baukörper für das Museum am Jüdenhof baulich integriert werden kann. Die Entwürfe der Architekten Georg Augustin und Ute Frank sowie von Haberland Architekten bilden eine gute Grundlage für eine zukünftige Realisierung. Die Festsetzungen des Bebauungsplans lassen die Realisierung beider Entwürfe zu.

Foto: Anti-Kriegsmuseum in der Parochialstraße (1930); Copyright: Bundesarchiv, B 145 Bild-P063078 / Fotograf(in): Köhler
2008
2008
Weiterentwickelung des Masterplans
Der Masterplan aus dem Jahr 2005 wird in einer Werkstatt weiterentwickelt. Planerinnen und Planer aus drei Büros entwerfen Ideen und Konzepte für Teilbereiche, die bislang noch keine städtebauliche Lösung aufweisen. Das sind die Parochialgasse, der Jüdenhof und der Platz vor dem Alten Stadthaus. Es geht unter anderem um die Verteilung der Nutzungen, die Freiräume sowie die Höhen und Ausrichtung der Gebäude.
2008
2005
Masterplan für den Molkenmarkt
Im Anschluss an die Werkstätten wird ein gemeinsamer Masterplan erarbeitet, der die städtebauliche Grundlage für den Bebauungsplan bilden soll. Der Entwurf der Architekten Helmut Riemann und Ulla Luther wird vertieft, weil er die Aufgabenstellung in den Werkstätten am besten umsetzt. Das Konzept zeichnet sich durch die Interpretation historischer Qualitäten für das neue Quartier aus. Eine Rekonstruktion der mittelalterlichen und gründerzeitlichen Altstadt ist nicht vorgesehen. Stattdessen steht die Neuentdeckung und Neuinterpretation des historischen Stadtraums im Mittelpunkt.
2005
2004
Werkstätten mit Planungsbüros
Sechs Planungsbüros erarbeiten städtebauliche Konzepte für das neue Quartier. Die historischen Spuren und unterschiedlichen Schichten im Stadtgrundriss sollen berücksichtigt werden. Zudem sollen die vorhandenen Gebäude einbezogen und eine wirtschaftliche Umsetzung der Bebauung der neuen Blöcke geplant werden. Die Ergebnisse der Werkstätten dienen der weiteren Qualifizierung der Planungen.
2004
2003
Start des Verfahrens für den Bebauungsplan
Das Berliner Abgeordnetenhaus beschließt den Start des Bebauungsplanverfahrens für den Molkenmarkt. Die Aufstellung des Bebauungsplans ist notwendig, um Planungsrecht für eine Bebauung zu schaffen. Aufgrund der stadtpolitischen Bedeutung des Gebiets ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die Bearbeitung des Bebauungsplans zuständig.
2003
Jüdenhof, spielende Kinder, 1930
2002
Gutachten zur Geschichte und Bebauung des Jüdenhofs
Berliner Jüdinnen und Juden errichteten im Mittelalter einen kleinen Wohnhof mit Fachwerkhäusern. Später lebten dort Handwerkerinnen und Handwerker bis der Jüdenhof im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Stadthistoriker Dieter Hoffmann-Axthelm und der Architekt Marc Jordi dokumentieren diese Geschichte in einem Gutachten. Sie regen eine neue Bebauung des Jüdenhofs nach historischem Vorbild an.

Foto: Jüdenhof, Kinder beim Spielen (1930); Copyright: Bundesarchiv, B 145 Bild-P063067 / Fotograf(in): o.Ang.
2002
1999
Planwerk Innenstadt
Die umfangreiche Arbeit aus dem Beteiligungs- und Planungsprozess fließt in das Planwerk Innenstadt ein. In der beschlossenen Fassung im Jahr 1999 sind ein Block zwischen Jüden- und Klosterstraße sowie ein Standort für das Gymnasium zum Grauen Kloster zwischen Kloster- und Littenstraße vorgesehen. Allerdings wird für den Bereich am Molkenmarkt keine planungspolitische Einigung gefunden. Die Grunerstraße verläuft in dieser Fassung schräg vom Roten Rathaus zum Mühlendamm.
1999
1997
Planungswerkstätten zur Struktur der Bebauung
Die Bebauung der neuen Blöcke wird in drei Werkstätten und öffentlichen Stadtforen intensiv diskutiert. Im Rahmen der Veranstaltungen werden unterschiedliche gestalterische Varianten für die inneren Bereiche der Blöcke, den Jüdenhof und die Klosterruine entwickelt.
1997
Blick auf Grunerstraße, 2008
1992
Gutachten zur Verlegung der Straße und Neuordnung des Molkenmarkts
Nach der Wiedervereinigung gibt es neue Ideen für den Bereich zwischen Rotem Rathaus und Altem Stadthaus. Für die Rückgewinnung dieses Teils der Berliner Mitte muss die Grunerstraße verlegt werden. Ein Gutachten von Kny und Weber Architekten, dem Stadthistoriker Wolfgang Schäche und dem Stadtplaner Ludwig Krause präsentiert das Potenzial von bis zu vier neuen Blöcken.
1992

MOLKENMARKT VON 1910 - 2029

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Rahmenplan

Dabei wird besonderer Wert auf flexible, adaptive Architektur gelegt, die den Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzergruppen gerecht wird und zugleich den historischen Kontext respektiert und weiterentwickelt.

Der Rahmenplan basiert auf dem Bebauungsplan 1-14, den städtebaulichen Leitlinien und den Ergebnissen des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens. Er verfolgt einen ganzheitlichen, räumlich verbindenden Ansatz, der qualitative und quantitative Anforderungen an die städtebauliche Struktur, die Gestaltung des öffentlichen Raums sowie die Integration des Quartiers in das bestehende Stadtgefüge formuliert.

Zu den wesentlichen Untersuchungsschritten gehören die Ausformulierung der städtebaulichen Körnung, das Höhenspiel und die Gebäudeausrichtung unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, energetischen und klimarelevanten Aspekte. Die Förderung einer aktiven Nachbarschaft durch vielfältige Wohnformen sowie die Gestaltung attraktiver Eingangsbereiche und Erschließungswegen spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Für die Baublöcke A, B und C werden detaillierte Entwicklungsziele definiert, etwa zu Gebäudehöhen, Fassaden und öffentlichen Durchwegungen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Freiraumgestaltung, die sowohl ästhetische als auch ökologische Qualitäten vereint. Dazu gehören unter anderem die Schaffung von begrünten Dachflächen, die Umsetzung des Schwammstadtprinzips sowie Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität. Zudem wird eine nachhaltige Mobilität durch Fuß- und Radverkehr sowie eine weitgehend autofreie Quartiersstruktur angestrebt.

Das Quartier soll nicht nur sozial durchmischt, sondern auch kulturell und gewerblich belebt sein. Ein geplanter Kulturpfad sowie die Integration archäologischer Funde als „archäologische Fenster“ machen die Geschichte des Ortes sichtbar und erlebbar.

Insgesamt verfolgt der Rahmenplan das Ziel, ein nachhaltiges, integratives und identitätsstiftendes Stadtquartier zu schaffen, das ökologischen, sozialen und kulturellen Anforderungen gleichermaßen gerecht wird.

Machbarkeitsstudien

Diese Studien analysieren die technischen, gestalterischen und betrieblichen Rahmenbedingungen und entwickeln umsetzungsfähige Teilkonzepte für die jeweiligen Handlungsfelder. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verzahnung der Themenbereiche, um Synergien zu nutzen und Zielkonflikte frühzeitig zu identifizieren.

Die Ergebnisse dieser Studien fließen in den Prozess der Erstellung der Bebauungsleitlinien ein. Sie werden mit den zuvor definierten städtebaulichen Grundlagen wie dem Rahmenplan, dem Bebauungsplan 1-14 sowie den Ergebnissen des Werkstattverfahrens abgestimmt und bilden eine wesentliche Grundlage für die Ausarbeitung der hochbaulichen Realisierungswettbewerbe.

Bebauungsleitlinien

Ziel der Bebauungsleitlinien ist es, die funktionalen und gestalterischen Anforderungen festzulegen, die sich aus der Analyse des Ortes und seiner historischen und räumlichen Charakteristika sowie den übergeordneten planerischen Zielen ergeben. Das neue Quartier soll so in die bestehende städtebauliche Struktur Berlins integriert werden, dass es sowohl ökologischen (z. B. Klimaschutz), sozialen (z. B. soziale Nachhaltigkeit) als auch wirtschaftlichen Anforderungen gleichermaßen gerecht wird.

Ein zentrales Merkmal der Bebauungsleitlinien ist die modulare Struktur: Sie bestehen aus Blocksteckbriefen für die jeweiligen Bauabschnitte sowie Gebäudesteckbriefen für die einzelnen Gebäude. Diese enthalten sowohl textliche als auch zeichnerische Darstellungen und bilden die Grundlage für die Losbildung und die Durchführung der hochbaulichen Realisierungswettbewerbe. Der Fokus liegt dabei auf gebäudebezogenen gestalterischen Aspekten sowie auf der Qualität der öffentlichen Räume.

Die Bebauungsleitlinien wurden in enger Abstimmung zwischen den zuständigen Behörden und der Bauherrin (WBM) entwickelt.

Sie gewährleisten eine konsistente Parzellierung und eine identitätsstiftende städtebauliche Struktur innerhalb der einzelnen Blöcke.

Fachliche Grundlagen wie der Rahmenplan zur Charta Molkenmarkt, der Bebauungsplan 1-14 sowie Erkenntnisse aus den Machbarkeitsstudien fließen in die Bebauungsleitlinien ein und differenzieren diese weiter. Dadurch wird sichergestellt, dass alle relevanten Aspekte von der Nutzungsmischung über die architektonische Vielfalt bis hin zur Einbindung historischer Spuren berücksichtigt werden.

Zusammengefasst schaffen die Bebauungsleitlinien einen strukturierten und qualitätsorientierten Planungsrahmen für die Entwicklung eines zukunftsfähigen, lebendigen und sozial durchmischten Stadtquartiers im Herzen Berlins.

Die Bebauungsleitlinien für die Blöcke A und B sind im November 2025 final veröffentlicht worden und befinden sich im Downloadbereich unter „Charta Molkenmarkt“.