DER MOLKENMARKT WIRD WIEDER EIN LEBENDIGER TEIL IN DER BERLINER MITTE

Die Neugestaltung des Molkenmarkts bringt die Stadtgeschichte zurück ins Zentrum. Durch die Verlegung der Grunerstraße entsteht Raum für ein modernes Quartier, das auf historischem Grund gebaut wird. Straßen, Plätze und Höfe greifen die mittelalterliche Stadtstruktur auf und schaffen eine lebendige Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur.

Als Ort der Berliner Stadtgründung wird der Molkenmarkt wieder erlebbar. Archäologische Grabungen sichern historische Spuren, die in das neue Stadtkonzept eingebettet werden. Verkehrsberuhigte Bereiche, attraktive Einzelhandels- und Kulturangebote sowie kleinteilige Nutzungen in den Erdgeschossen stärken die Aufenthaltsqualität.

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Blick auf den Molkenmarkt
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Luftbild Molkenmarkt mit Geltungsbereich Bebauungsplan 1-14-1
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PLANUNG

MOLKENMARKT:
GEMEINSAM ZUKUNFT GESTALTEN

In den 1990er Jahren begann die Vision eines lebendigen, urbanen Quartiers: Die Verlegung der Grunerstraße und eine Bebauung im Einklang mit der historischen Stadtstruktur standen im Mittelpunkt. Seit 2016 gibt der rechtsverbindliche Bebauungsplan den Rahmen vor und ermöglicht die gezielte Weiterentwicklung der Planungen.

Die Stadtgesellschaft hat aktiv zur Planung beigetragen: In einem umfassenden städtebaulichen Qualifizierungsverfahren wurden Entwürfe erarbeitet und weiter verfeinert. Die Ergebnisse daraus münden in der Charta Molkenmarkt, welche aus dem Rahmenplan und den Bebauungsleitlinien sowie den drei thematisch vertiefenden Machbarkeitsstudien besteht. Diese setzen konkrete Maßstäbe für Architektur und Stadtgestaltung, sodass eine ausgewogene Verbindung aus historischer Identität und innovativer Entwicklung entsteht.

Berlin gewinnt nicht nur Raum zurück, sondern auch ein lebendiges Viertel, das seine Geschichte wahrt und moderne Urbanität erlebbar macht.

ARCHÄOLOGIE

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ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN

Jahr 2019 haben die archäologischen Großgrabungen am Molkenmarkt begonnen. Mehrere Teams des Landesdenkmalamtes legen die historischen Spuren frei. Die 800-jährige Geschichte der Stadt hat ihre Spuren im Boden hinterlassen. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren rund 25.000 Quadratmeter Fläche archäologisch untersucht werden.

GESCHICHTE

MEHR ALS 800 JAHRE STADTGESCHICHTE SIND AM MOLKENMARKT ZU FINDEN

Molkenmarkt ist vor allem die Veränderung von Dauer. Rund um den ältesten Markt von Berlin gab es den ersten Bauboom bereits im Mittelalter. Seitdem wird im Gründungskern von Berlin gebaut und gehandelt. Im Laufe der Geschichte hat sich der Molkenmarkt stetig verändert und ist heute kaum wiederzuerkennen. Vom ehemals zentralen Markt mit dichter Bebauung und engen Straßen blieb wenig erhalten. Durch die Kriegszerstörungen und den Bau der Grunerstraße ging der innerstädtische Charme weitgehend verloren. Die wechselvolle Geschichte Berlins hat ihre Spuren am Molkenmarkt hinterlassen -als Relikte im Boden oder noch erhaltene Bauten. Durch den Bau des neuen Quartiers wird an die historische Bedeutung des ältesten Platzes wieder angeknüpft. Die wechselvolle Geschichte des Ortes spielt dabei eine wichtige Rolle, um den Ort der Stadtgründung mit allen Facetten erlebbar zu machen.

GESCHICHTE DES
GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
MOLKENMARKTS
12. Jahrhundert

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jh. als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt
19. Jahrhundert
Blick zum Roten Rathaus, 1920

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel.
Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin
1930er Jahre
Planungen im Nationalsozialismus

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungs-
zentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Nachkriegszeit
Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

1960er Jahre
Bau der
Grunerstraße

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein. Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

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GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
Copyright: bpk

GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS

12. Jahrhundert
Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree, Radierung (um 1650) von Johann Gregor Memhard;
Copyright: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

19. Jahrhundert
Luftbild, 1928
Blick zum Roten Rathaus, 1920
Molkenmarkt, 1930

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel. Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Luftbild (1928); Copyright: Geoportal Berlin

Molkenmarkt, Blick Richtung (Altes) Stadthaus (1930); Copyright: bpk / Geheimes Staatsarchiv, SPK / Bildstelle GStA PK

Blick Richtung Rotes Rathaus, im Vordergrund das Elektrizitätswerk (1920); Landesarchiv Berlin; Foto: k. A.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin

1930er Jahre

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungszentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Städtische Feuersozietät (heute Neues Stadthaus), 1938

Städtische Feuersozietät 1938
(später Neues Stadthaus)
Landesarchiv Berlin/ Foto: Leitner, Emil

Entwurf des Stadtforums 1935
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Abbruch des Blocks vor dem alten Stadthaus 1937
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Planungen im Nationalsozialismus

Nachkriegszeit
Luftbild Molkenmarkt, 1965

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

Blick in die zerstörte Klosterstraße, 1947
Ruinen am Molkenmarkt, 1946

Luftbild mit beräumten
Freiflächen zwischen instand-
gesetzten Gebäuden (1965),
Copyright: Lothar Willmann

Bild links: Blick vom Alten Stadthaus in die zerstörte Klosterstraße, rechts das Gymnasium "Zum Grauen Kloster", links daneben die Klosterkirche (1947); Bundesarchiv, Bild 183-S75799 / o. Ang.
Bild rechts: Blick in Richtung Mühlendammbrücke über den Molkenmarkt nach der Enttrümmerung der Straßen (1946);
Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. 0012974 / Foto: k. A.

Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

1960er Jahre
Bau der Grunerstraße, 1968
Straßenkreuzung Grunerstraße, 1964
Neubauten an der Grunerstraße, 1979

Neubauten an der Grunerstraße, nur die Ruine der Klosterkirche (vorne rechts) erinnert noch an die Trümmerwüste nach 1945 (1979); Bundesarchiv, Bild 183-U0511-014 / Manfred Siebahn

Bild rechts: Bau der Grunerstraße, Blick vom Alexanderplatz in Richtung Mühlendamm, im Vordergrund die Brücke der Stadtbahn (1968); Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-02-23 Nr. 159 / Foto: Breitenborn, Dieter [und Vera].
Bild unten: Blick vom Roten Rathaus auf das Alte Stadthaus an der Straßenkreuzung Grunerstraße Ecke Molkemarkt. Rechts im Bild ist die Münze Berlin ehemals Staatliche Münze zu Berlin zu sehen. (1964) Copyright: ddrbildarchiv.de/Lothar Willmann

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein.
Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

Bau der
Grunerstraße

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GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS
Copyright: bpk

GESCHICHTE DES
MOLKENMARKTS

12. Jahrhundert
Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Berlin entstand in der zweiten Hälfte des
12. Jahrhunderts als Siedlung von Kaufleuten nordöstlich einer Spreefurt, dem späteren Mühlendamm. Der Molkenmarkt ist als Schnittpunkt dreier Handelsstraßen entstanden. Er ist der älteste Platz Berlins und bildet mit der noch bestehenden Pfarrkirche von St. Nikolai den historischen Siedlungskern der Stadt. Die parallel zur Stadtmauer geführten Jüden- und Klosterstraße sind bis heute erhalten. Die kleinteilige, ein- bis zweigeschossige mittelalterliche Wohnbebauung ist hingegen nicht mehr vorhanden.

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

Grundriß der Beyden Churf. Residentz Stätte Berlin und Cölln an der Spree, Radierung (um 1650) von Johann Gregor Memhard;
Copyright: bpk / Staatsbibliothek zu Berlin

Stadtgründung und
mittelalterliche Stadt

19. Jahrhundert
Luftbild, 1928
Blick zum Roten Rathaus, 1920
Molkenmarkt, 1930

Mit dem Bau des Berliner Rathauses in den 1860er Jahren entwickelte sich das Gebiet zu einem großstädtischen Geschäfts- und Verwaltungsviertel. Die mittelalterliche, kleinteilige Bebauung wurde stückweise durch aufwändige, bis zu sechsgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ersetzt. Straßenbahnen, Omnibusse und Fuhrwerke und später auch Kraftfahrzeuge prägten die engen Straßen am Molkenmarkt. Das Alte Stadthaus mit seinem mächtigen Kuppelturm entstand als funktionale Ergänzung zum Roten Rathaus zwischen 1902 und 1911. Es ist ein Standort der Berliner Verwaltung.

Luftbild (1928); Copyright: Geoportal Berlin

Molkenmarkt, Blick Richtung (Altes) Stadthaus (1930); Copyright: bpk / Geheimes Staatsarchiv, SPK / Bildstelle GStA PK

Blick Richtung Rotes Rathaus, im Vordergrund das Elektrizitätswerk (1920); Landesarchiv Berlin; Foto: k. A.

Verwaltungszentrum
der Großstadt Berlin

1930er Jahre

In den 1930er Jahren entstanden Planungen zur Errichtung repräsentativer Bauten am Molkenmarkt. Im Mittelpunkt dieser Planungen stand das Stadtforum – ein monumental gestalteter Platz vor dem Alten Stadthaus. Es wurden große Teile der historischen Wohnbebauung abgerissen, um Platz für neue Verwaltungsbauten zu schaffen. Was nach dem Krieg aussah wie alle übrigen Trümmerflächen, war hier Teil der gemeindlichen Baufreimachung. Das Neue Stadthaus, damals städtische Feuersozietät, wurde 1938 als Teil des neuen kommunalen Verwaltungszentrums fertiggestellt. Die Alte Münze, damals Münzprägeanstalt des Dritten Reichs, wurde erweitert.

Städtische Feuersozietät (heute Neues Stadthaus), 1938

Städtische Feuersozietät 1938
(später Neues Stadthaus)
Landesarchiv Berlin/ Foto: Leitner, Emil

Entwurf des Stadtforums 1935
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Abbruch des Blocks vor dem alten Stadthaus 1937
Landesarchiv Berlin/ Foto: k. A.

Planungen im Nationalsozialismus

Nachkriegszeit
Luftbild Molkenmarkt, 1965

Die Bombardierungen des Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg beschädigten die Gebäude des Klosterviertels am Molkenmarkt schwer. Die Gebäudereste auf privaten Grundstücken wurden nach 1945 vollständig abgerissen, enttrümmert und in kommunales Eigentum überführt. Das Rote Rathaus, das Alte und das Neue Stadthaus wurden bis Anfang der 1960er Jahre als Verwaltungsstandorte wiederhergestellt. Zusammen mit den Resten der Nikolaikirche verblieben diese Gebäude als historische Monumente in einer weithin abgeräumten Stadtbrache. Bis in die 1960er Jahre blieb diese weite Brachlandschaft in der Berliner Mitte erhalten.

Blick in die zerstörte Klosterstraße, 1947
Ruinen am Molkenmarkt, 1946

Luftbild mit beräumten
Freiflächen zwischen instand-
gesetzten Gebäuden (1965),
Copyright: Lothar Willmann

Bild links: Blick vom Alten Stadthaus in die zerstörte Klosterstraße, rechts das Gymnasium "Zum Grauen Kloster", links daneben die Klosterkirche (1947); Bundesarchiv, Bild 183-S75799 / o. Ang.
Bild rechts: Blick in Richtung Mühlendammbrücke über den Molkenmarkt nach der Enttrümmerung der Straßen (1946);
Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (01) Nr. 0012974 / Foto: k. A.

Zerstörungen im Zweiten
Weltkrieg und Abriss

1960er Jahre
Bau der Grunerstraße, 1968
Straßenkreuzung Grunerstraße, 1964
Neubauten an der Grunerstraße, 1979

Neubauten an der Grunerstraße, nur die Ruine der Klosterkirche (vorne rechts) erinnert noch an die Trümmerwüste nach 1945 (1979); Bundesarchiv, Bild 183-U0511-014 / Manfred Siebahn

Bild rechts: Bau der Grunerstraße, Blick vom Alexanderplatz in Richtung Mühlendamm, im Vordergrund die Brücke der Stadtbahn (1968); Copyright: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290-02-23 Nr. 159 / Foto: Breitenborn, Dieter [und Vera].
Bild unten: Blick vom Roten Rathaus auf das Alte Stadthaus an der Straßenkreuzung Grunerstraße Ecke Molkemarkt. Rechts im Bild ist die Münze Berlin ehemals Staatliche Münze zu Berlin zu sehen. (1964) Copyright: ddrbildarchiv.de/Lothar Willmann

Mit dem Bau der Grunerstraße als sechsspurige Stadtstraße wurde das historische Stadtgefüge weitgehend zerstört. Die Stadtplanung in der Nachkriegszeit sah im Autoverkehr den Inbegriff von Modernität und räumte ihm auch in Ost-Berlin den Vorrang vor allen anderen Zentrumsfunktionen ein.
Der überdimensionierte Durchbruch der Grunerstraße, der den Molkenmarkt direkt mit dem Alexanderplatz verband, wurde Mitte der 1960er Jahre realisiert. Mit dem Bau der Grunerstraße wurde der Molkenmarkt unkenntlich gemacht und das Klosterviertel geriet in eine Randlage.

Bau der
Grunerstraße

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